Klassenzimmerpoesie
Wenn ich in deine Augen seh
Dann tuts mir in der Seele weh
In meiner Brust da klopft ein Herz
Das nicht gewohnt ist an den Schmerz
Den ich empfind' schaust du hinein
In meine Augen klein und rein
Ich bin so lyrisch, beinah phrygisch
Wenn nicht sogar schon hexalydisch
Und meine pötischen Ergüsse,
die schwachen, kleinen Herzensgrüsse,
Send' ich, A-Post, als fette Beute
der Zeitung für die letzte Seite.
Vielleicht, aber nur vielleicht, sollte ich mich nicht über einen Dünkel lustig machen, über den ich selbst in ausgeprägtem Masse verfüge... Aber stimmen tut's halt trotzdem. Übrigens liegt hier eine ungeschickte kleine zeitliche Korrelation ohne Kausalität vor: Die Parodie bezieht sich keinsten Falls aufs Mascara-Gedicht, das ich klasse finde! Also eigentlich weniger klasse, als vielmehr touching, es geht unter die Haut, vor allem wenn man meint, die Situation zu kennen... Nein, mein kleines künstlerisches Poem hat seine Geburtstunde schon lange, bevor ich das Mascara-Werk auch nur ansatzweise kannte, in einer Lateinstunde nämlich (deshalb der Titel, ach nee...) beim Übersetzen von Ovid, wobei ich in keinster Weise behaupten will, Ovid verfüge über einen plumpen, dilettantischen Stil, auch wenn ich dies, aufgrund mangelnder Kenntnis der lateinischen Sprache, nicht beurteilen kann (ich verlasse mich hier voll und ganz auf das Urteil Fachkundiger, delegiere das Denken an Autoritäten *g*). Dennoch stimmt es mich nachdenklich, wenn aus Pyramus' brennender Wunde in regelmässigen Abständen Blutsstrahlen hervorspritzen und die ruhige Luft durchschneiden um des weiteren mit einigen Blutstropfen die schneeweissen Früchte des Maulbeerbaums rot zu färben, bis die Wurzeln das ihrige zur Metamorphose tun... Wäre ich eine alte Lateinerin gewesen, könnte der Text von mir stammen, nur das mit den Hexametern, das hätte ich vielleicht nicht so elegant hingekriegt. Aber von der Schwülstigkeit her stimmt's... *g*

1 Comments:
Dennoch stimmt es mich nachdenklich, wenn aus Pyramus' brennender Wunde in regelmässigen Abständen Blutstrahlen hervorspritzen ...
Der Hammer, ich musste laut herauslachen! Zu schade, dass sich der arme Kerl nicht mehr verteidigen kann.
Es freut mich, dass dich das Mascara-Gedicht berührt hat.
Beim Abbilden von Gedanken und Stimmungen auf Worte geht immer so viel verloren, dass ich mir häufig nicht sicher bin, ob das Verbleibende zu einer Rekonstruktion reicht.
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